Auf die Frage „Dürfen Schüler und Lehrer Facebook-Freunde sein?“ würde ich zwar ja sagen, doch jeden davon abraten, weil dies viele Schwierigkeiten zur Folge haben kann. Ich finde es sehr wichtig eine Grenze zwischen Privatleben und Beruf zu ziehen. Wenn ich später nach der Schule am Computer sitze, möchte ich mich nicht noch mit den privaten Problemen von Schülern beschäftigen. Warum soll es mich interessierren, wenn ein Schüler sich mit seinen Eltern über die Erhöhung seines Taschengeldes streitet? Es ist eine private Sache, inder ich nicht hineingezogen werden möchte, außer wenn der Konflikt erkaliert. Aber da würde ich mir die Probleme zwar anhören aber ihn zu einer anderen Instanz schicken und nicht versuchen die Probelme selber zu lösen.

Ich sehe als die Aufgabe des Lehrers, den Schüler für das Leben danach vorzubereiten und dazu gehört z.B. Wissensvermittlung, soziale und kognitive Kompetenz… sowie für eine harmonische Atmosphäre in der Klasse zu sorgen. Nur solche Probleme der Schüler, die die Klasse betreffen, müssen von dem Lehrer ernst genommen werden und wenn möglich gelöst werden. Bei solchen Probleme, die die Schüler nicht betreffen, zum Beispiel wenn der Schüler ärger mit seinen Eltern hat, weil sie ihn beim Rauchen erwischt haben, sollen sich die Lehrer heraushalten. Alle Dinge, die keinen Einfluss auf das Lernen der Schüler haben, sollen nicht den Lehrer betreffen. Doch wenn der Konflikt mit den Eltern Einfluss auf das Lernen hat, muss der Lehrer eingreifen und Unterstützung bei anderen Instanzen (z.B. Schulsozialarbeiter) Hilfe suchen. Der Lehrer ist nicht dafür ausgebildet, die Probleme der Schüler zu lösen. Außerdem brauchen auch Lehrer eine Auszeit von der Schule und den Schülern, und dürfen nicht ständig für den Schülern erreichbar sein. 

Ich bin nicht generell gegen den digitalen Austausch, doch facebook halte ich nicht für die richtige Plattform zwischen Schülern und Lehrern. Es muss eine klare Trennung zwischen Schule und Privatleben geben. Ich möchte nicht wissen, was meine Schüler am Wochenende machen und mit wem sie gerade zusammen sind oder nicht. Lernplattformen wie moodle, lo-net² oder think.com, finde ich sehr wichtig für ein mordernes Lernen, die Kommunikationsmöglichkeiten schaffen, aber eine Grenze zwischen privaten und schulischen Angelegenheiten machen. Ich selber als Schüler lernte lo-net² kennen und es hat mir sehr geholfen. Immer wenn ich Fragen zu einem Thema hatte oder mehr Material benötigte, konnte ich sie im lo-net² stellen und mein Lehrer hat die Fragen auch immer zügig beantwortet. Man konnte von Zuhause aus mit Mitschülern kommunizieren, über Aufgaben/ Themen auch mit dem Lehrer diskutieren und extra Material über bestimmte Themen erhalten.

Solche Plattformen würde ich auch später als Lehrer verwenden, doch facebook eher nicht. Lehrer sollen hierbei als Vorbild dienen und, wenn sie in facebook sind, ihr Privatleben schützen und Freundschaftseinladungen von Schüler ablehnen. Man kann als Lehrer den Schülern seine Gründe erklären, sodass vielleicht die Schüler selber über ihr Verhalten nachdenken und besser ihr Privatsphäre schützen.   

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